„Israel und das Schicksaal der Juden liegen mir zutiefst am Herzen. Die Standhaftigkeit Israels ist bewundernswert, angesichts der permanenten Bedrohungslage und der erlebten Traumata, zeigt es eine unfassbare Resilienz!
Eine der Grundideen der Kabbala fasziniert mich ganz besonders, wonach im Schöpfungs- bzw. Weltentstehungsprozess einige der Sphären oder „Gefäße“, die ursprünglich das göttliche Licht halten sollten, zerbrachen und als unzählige Scherben in die Welt hinabfielen. Die meisten landeten auf dem Gebiet Israels. Das Zerborstene wieder zusammenzufügen, ist die Liebe zum Leben. Denn die Welt ein Stück besser zu machen, heißt auch immer, sie für alle Mitmenschen ein Stück besser zu machen. Das unsagbar Schmerzliche an der Geschichte Israels ist für mich immer wieder die Tatsache, dass genau das nicht erkannt wird, dass dieses Land permanent zu Kämpfen gezwungen wird, obwohl sein Bestreben eindeutig auf eine friedliche Gegenwart und Zukunft gerichtet ist. Israel muss permanent seine Existenz rechtfertigen und befindet sich in einem schrecklichen Existenzkampf ums Überleben, sowohl ganz konkret militärisch wie auch ideologisch. Diese Konflikte beherrschen so sehr den öffentlichen Diskurs, dass auch kulturelle Institutionen und Kulturschaffenden eher zu Handlangern der antisemitischen Agenda werden, die von den Feinden Israels vorangetrieben wird, als dass sie die produktiven, erfinderischen und heilenden Bemühungen Israels erkennen!
Deshalb ist es für mich bei meiner kreativen Arbeit auch so wichtig, eine Verbindung zur gesellschaftlichen Realität beizubehalten. Mein Kunstkonzept „Handelnde Kunst“ löst sich aus dem selbstreferenziellen Moment der Kunst. Das dazugehörige Gemälde trägt den Titel „Das geheilte Herz“. Es soll dem Schmerz über das Schicksal Israels, aber auch der Hoffnung auf Heilung Ausdruck geben. Mit verspielter Hingabe eröffnet es uns den Blick auf die Heilung, auf das geheilte Herz. Es ist die Sehnsucht nach der Möglichkeit, unbeschwert Kind zu sein, den flüchtigen Augenblick in Händen zu halten, und ihn zu bewahren, als zerbrechlich und wahr.“